Gospels, Blues Brothers und drei Mal Hallelujah!

09. Mai 2012

chor_ag_2012_01.jpg„Und mal ganz unter uns, das ‚Halleluja' aus Händels ‚Messias' hat schon mehr Kraft und Arbeit gekostet als der swingende Rest unseres Programms", ließ James Kemmler (KS 2) gleich zu Beginn in seiner Anmoderation verlauten. Und so war es in der Tat eine kleine Überraschung, als der große hundertköpfige Chor unter Leitung von Musiklehrerin Elisabeth Stegmaier den majestätischen Klassiker aus der Barockzeit anstimmte. Aber wo sonst, als in einem dieser so stimmungsvollen Konzertabende am AEG kann man diesen Stilmix so überzeugend genießen? „Chorsingen ist alles andere als ‚uncool'", gab Schulleiter Bernhard Haas gerne zu, „besonders dann, wenn man den Beweis dieser begeisterternden und mitreißenden Stimmen vorne stehen sieht!"

Er hatte Recht: Da waren Gospelsongs wie „Open up my Heart" (eindrücklich: Solistin Franziska Frank, KS 1) und „Hail Holy Queen", die gegensätzlicher nicht sein konnten. Hier die zarte Melancholie, von ruhigen Klavierklängen untermalt, dort eine choreografisch nahezu exakte Performance mit einer Bühne als gemeinschaftliches Perkussionsinstrument und einer Band aus Bass (Mo Ramadan), Drums (David Obergfell, KS 2) und Klavier (Alexander Stein).

Noch eine Prise mehr R'n'B gab es bei „Shackles" (mit Karin Fingerhut und Carola Nuglisch, beide KS 1, als besonders soulig klingende Solistinnen), bevor der erste Teil ausgrsprochen besinnlich mit Leonard Cohens „Hallelujah" endete, hier mit beeindruckenden Soli von Simon Ulmer, Johannes Bergold, Mareen Stähle und Anja Feng (KS 1/2), Jonka Winkle (Kl. 10) und Yannis Lever an der E-Gitarre (KS 2).
Genauso bravorös setzten sich die „Swingin' Alberts" in Szene: Unter der Leitung von Timo Herdlitschka (KS 2) ertönte klanggewaltige Filmmusik („Hawaii Five-O" und „The Blues Brothers"). Damit wurde die schon über 10jährige Tradition fortgesetzt, das Ensemble von Schülerinnen und Schülern leiten zu lassen - „etwas, worauf wir stolz sein können", so Schulleiter Haas.

Das golden funkelnde Blech bestimmte fortan den zweiten Teil des Konzertabends, ebenso wie der Chor mit der einen oder anderen unterhaltsamen „Mini-Choreografie" bestückt. Der Taktstock wurde zwischenzeitlich an Musiklehrer Andreas Mayer weitergereicht. Und vielseitig wurde es auch nun wieder: Neben einem kurzweiligen Medley bekannter „James-Bond"-Melodien und einer von Soul nur so sprühenden Hommage von Stevie Wonder an Duke Elington gab es auch ein weiteres Highlight: „Ich gehör nur mir" aus dem Musical „Elisabeth". Hier bewies die Solistin Mareen Stähle einmal mehr, zu welchem Potential „ganz normale" Schüler und Schülerinnen auffahren können - der überwältigende Beifall für Solisten, Chor und Big Band machte das am Ende unüberhörbar.

Gut gelaunt, mit einer musikalischen Reise in die Kindheit (Zugabe: „The Muppet Show"), verließ das Publikum die Aula unterm Feigenbaum - mit der Vorfreude auf das kommende Jahr.

weitere Fotos von Jonathan Veit, privat, im Fotoalbum

 

Von: Alexander Stein



Schlagworte: Chor AG
Kategorie: Tagebuch