"Konfetti!" - Theaterbesuch des Deutschkurses D6 im LTT

05. Dezember 2010

vorhang.jpgNach und nach erkennt der Zuschauer zwischen politischen Diskussionen, Zaubertricks, privaten Panikattacken und Debatten über die Zusammensetzung von Viagra, sowie explodierenden Kaninchen und deren Lauschangriffen einen logischen Zusammenhang. In seiner humorvollen und kritischen Sprache zeigt das Theaterstück nach und nach seine Kernaussage auf: Die Ignoranz in unserer Zeit gegenüber ernsten politischen Problemen und wie leicht wir uns manipulieren und ablenken lassen.

Nach der Aufführung des Stückes hatten wir die exklusive Möglichkeit den Schauspielern, sowie der inszenierenden Marion Schneider Bast und der Dramaturgin Simone Sterr Fragen zum Stück und ihrer Arbeit zu stellen. In der entspannten Runde - die Schauspieler mit Bier, Wein und Wasser, wir leider ohne - erfuhren wir Dinge über die Entstehung des Stückes beziehungsweise die persönlichen Meinungen der Schauspieler zu diesem.

Geschrieben wurde das Stück von Ingrid Lausund, welche 1964 geboren viele Stücke auf der Basis von Improvisation „schrieb". Die im LTT aufgeführte Version wurde während der Proben an aktuelle Ereignisse, Politik und die Umgebung angepasst. Einige Szenen wurden gestrichen und andere wurden auch mit Hilfe von Improvisationen hinzugefügt. Dadurch wurden die Schauspieler zu aktiven Mitautoren. Dies führt zu einer intensiveren Möglichkeit zur Beschäftigung mit dem Stück. Von den Schauspielern wurde uns erzählt, wie sie dies konkret bewerkstelligten.
Zu ein wenig Diskussion unter den Schauspielern führte die Frage, ob die Kernaussage des Stückes ihnen persönlich nicht zu offensichtlich sei, und wie sie allgemein zu demselben stehen. Manche Schauspieler sahen in dem Stück vor allem den Unterhaltungszweck im Vordergrund, andere pflichteten uns bei, dass die Kernaussage recht leicht zu erkennen sei. Andere fügten hinzu, dass das Stück trotzdem recht intelligent aufgebaut sei und es wichtig wäre, Kernaussagen auch zu erkennen.

Einig waren sich die Schauspieler bei der Frage, ob ihnen das Stück Spaß machen würde: „Auf jeden Fall!" Vor allem gefiel ihnen die Möglichkeit selbst mitzuwirken und zu variieren, sowie die daraus resultierende Möglichkeit im Stück auftretende kleinere Fehler leichter überspielen zu können.

Für die im Stück vorkommenden Tricks hatten die Schauspieler sogar einen Zaubercoach, da diese nicht immer so einfach waren. Der Probenzeitraum betrug 7 Wochen und bei der Wiederaufnahme in den Spielplan nach der Sommerpause stellte sich bereits die Frage, ob das Thema überhaupt noch aktuell ist, da man in Stuttgart im Moment eine relativ große politische Beteiligung feststellen kann.
Alles in allem empfanden wir den Abend als interessant und würden das Stück weiterempfehlen.

 

Links: www.landestheater-tuebingen.de/spielplan/konfetti--2571 und de.wikipedia.org/wiki/Ingrid_Lausund

 

Von: C. Spengler und P. Varady



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Kategorie: Tagebuch