Nach "Probelieben" großer Wechsel

22. Oktober 2010

probelieben01.jpgWeitere Bilder im Fotoalbum

Nicht aus Mangel an Liebe (zum Theater), sondern aus Mangel an Zeit: der Großteil steht kurz vor dem Abitur! Daher sind alle am Theaterspielen Interessierte (Klasse 9, 10 und Kursstufe 1) herzlich eingeladen, die 4 „Übriggebliebenen" in der Theater-AG zu verstärken und gemeinsam bis Herbst 2011 ein neues Stück auf die Bühne zu bringen!

Geprobt wird jeden Dienstag von 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr im Großen Musiksaal. Erstes Treffen am 26.10.10! Einfach vorbeikommen oder weitere Infos erfragen bei:

Cordelia Honigberger, Theaterpädagogin und Leiterin der Theater-AG seit 1999
Tel (07121) 27 95 91 oder cordelia@honigberger.net

 

Jugendtheater trifft auf Shakespeare

Mittwoch, den 6.10.10 und Donnerstag, den 7.10.10 präsentierte die Theater- AG des Albert- Einstein- Gymnasiums ihr selbst geschriebenes Stück „Probelieben" im Kulturzentrum franz. K in Reutlingen.

„Stand zunächst der Wunsch nach einem bereits geschriebenen Stück im Raum", so Cordelia Honigberger, Leiterin und Regisseurin der Theater- AG, wurden diese Pläne jedoch bald über Bord geworfen, „da sich in den kreativen Köpfen immer mehr eigene Ideen regten und diese auch verwirklicht werden sollten."
„Probelieben" handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die sich treffen um das Theaterstück „Ein Sommernachtstraum" von William Shakespeare zu erproben. In der Auseinandersetzung mit dem Stück wird jedoch schnell die Diskrepanz zwischen der damaligen Welt und der Welt heute deutlich. Die Sprache der Liebe und auch die Haltung gegenüber der Liebe haben sich sehr verändert. So bedauern die beiden Hauptfiguren Oberon (Vinzenz Bögle) und Titania (Michelle Wald) die heutigen Menschen für ihre Haltlosigkeit. „Die Liebe braucht man doch nur, damit man nicht mehr alleine ist." Hat die Liebe wirklich ihren Wert verloren? Ist sie ein „ausgelutschtes" Thema? Ist der Geliebte beliebig austauschbar? Mit diesen Fragen haben sich nicht nur die Protagonisten in dem Stück, sondern auch die Darsteller - zehn SchülerInnen zwischen 16 und 19 - auseinandergesetzt. Zu Beginn bedecken Masken die Gesichter: Anonymität; sich hinter einer Fassade verstecken; keine wahren Gefühle zeigen. Am Ende erkennt jedoch jeder, nach einer stressigen und konfliktreichen Probezeit, dass die wahre Liebe noch existiert, man darf nur nicht die Augen vor ihr verschließen, man muss sich „öffnen".

Öffnen, das mussten sich die Schüler und Schülerinnen allerdings, erfordert es doch enormen Mut und Ernsthaftigkeit, gewagtere Liebesszenen darzustellen oder die Sprache Shakespears so zu verwenden, dass sie nicht lächerlich wirkt. Nicht nur die Schauspieler, auch das Bühnenbild überzeugte in seiner Einfachheit durch Genialität. Ein weißes Vertikalband im Mittelpunkt der Bühne, das zu einer Hängematte zusammen geknotet als Aussichtspunkt für die Elfen dient und gleichzeitig als Schaukel für die beiden aufgeweckten Kobolde Puck (Tiziana Garagozzo, Larissa Zindel) funktioniert. Lichttechnik und vor allem der Einsatz von sorgsam ausgewählter Musik unterstrichen den Unterschied der Elfenwelt zur realen Welt.

Insgesamt ist es den Darstellern ausgezeichnet gelungen, für eine sehr kurzweilige Stunde das Publikum zu unterhalten und für sich zu gewinnen. Man darf gespannt sein, was sich die Theater-AG fürs nächste Jahr ausdenken wird. Es ist davon auszugehen, dass es wieder ein Stück aus eigener Feder wird.

Kritik von L. Schäfle

Weitere Kritiken...

...aus den Reutlinger Nachrichten und dem Reutlinger Generalanzeiger



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Kategorie: Theater-AG